Freitag, 28.April 2017

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Vom 18. bis 27. Juni finden aus Anlass der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers Buchenwald vor 70 Jahren, des 65. Jahrestages seiner Auflösung und des Beginns der Aufarbeitung der Lagergeschichte vor 25 Jahren diverse Veranstaltungen in der Gedenkstätte Buchenwald und in Weimar statt.

Das im August 1945 für Thüringen eingerichtete sowjetische Speziallager Buchenwald wurde Anfang 1950 aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort Internierte aus der gesamten sowjetischen Besatzungszone. Insgesamt führte das Lager mehr als 28.000 Gefangene. Über 7.100 von ihnen verstarben. Die Toten ließ die Lagerleitung damals in unmittelbarer Nähe des Lagers in Sammelgräbern verscharren. Die Gräberfelder blieben ungekennzeichnet und verwitterten.

Am vergangenen Samstag ist mit einer Gedenkfeier und einem Gottesdienst auf dem Trauerplatz jener Opfer gedacht worden. Dabei lagen ehemalige Internierte und Angehörige an dem Gedenkstein für die Opfer des Speziallagers Blumen nieder. Der Direktor der Stiftung KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, sprach dabei vor rund 200 Gästen deutliche Worte zum Umgang und dem Gedenken an das sowjetische Speziallager: „Und diese Gebeine waren das deutlichste Zeichen neben den Zeitzeugenberichten dass es hier verscharrte Menschen geben musste. Und verscharrte Menschen, tabuisierte Geschichten neben einer Gedenkstätte die der Beschwörung des Friedens und der Freiheit gewidmet war – das war eine menschenverachtende Form der Delegitimation der Gedenkstätte  im Ganzen.“ 

Lesen Sie hier mehr zu der Gedenkfeier auf Thüringische Landeszeitung Online.
Hier sehen Sie einen kurzen Fernsehbeitrag zu der Gedenkfeier mit Ausschnitten aus der Rede von Volkhard Knigge auf mdr Online.   
Lesen Sie hier, welche weiteren öffentlichen Veranstaltungen aus diesem Anlass in der Gedenkstätte Buchenwald und in Weimar stattfinden. 

Lesen Sie auf Thüringer Allgemeine Online mehr zu generellen Debatte um das Gedenken an die sowjetischen Speziallager, gerade auch im Kontext der Zeit vor 1945.

Iris Gleicke, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, stellte diesen Montag die Ergebnisse des von ihr initiierten Forschungsvorhabens "Die historische Aufarbeitung der Zwangsarbeit politischer Häftlinge im Strafvollzug der DDR" vor. Die zentralen Studienergebnisse diskutierte sie mit Roland Jahn, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, mit Dr. Christian Sachse, dem Beauftragten der Union der Opfer der Kommunistischen Gewaltherrschaft (UOKG) sowie dem Bearbeiter des Forschungsvorhabens, Herr Dr. Philipp Wölbern, vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Der Thüringer Landtagspräsident und der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützen die Initiative, den 17. Juni zum Gedenktag für die Opfer der kommunistischen Diktatur und zur Erinnerung an den Widerstand gegen die SED-Diktatur zu begehen.

In der Präambel des Gesetzes zum "Tag der Deutschen Einheit" von 1953 hieß es:
"Am 17. Juni 1953 hat sich das deutsche Volk in der Sowjetzone und in Ost-Berlin gegen die kommunistische Gewaltherrschaft erhoben und unter schweren Opfern seinen Willen zur Freiheit bekundet. Der 17. Juni ist dadurch zum Symbol der deutschen Einheit in Freiheit geworden. Jedes Volk braucht ein nationales Symbol, braucht einen Tag, an dem es sich zu seinen Zielen bekennt."

Der Landesbeauftragte stellt Ihnen hier eine Auswahl an Links zu Verfügung, die weitere Informationen zum Volksaufstand vom 17. Juni liefern und zur Vorbereitung einer Würdigung der Opfer der kommunistischen Diktatur hilfreich sind:
Daneben unterstützt der Landesbeauftragte gerne bei der Vermittlung von Zeitzeugen oder bei der inhaltlichen Konzeption zur Begehung einer Gedenkfeier am 17. Juni. 

 

Berichterstattung zur Debatte 

Carius plädiert für den 17. Juni als Gedenktag für SED-Opfer - Focus Online 

Berliner Innensenator: 17. Juni soll bundesweiter Gedenktag werden - Focus Online

Erinnerung an Volksaufstand von 1953 in Thüringen - mdr Online 

Politiker fordern: 17. Juni soll Feiertag werden - Merkur Online 

Gedenken an DDR-Volksaufstand - 17. Juni wieder nationaler Gedenktag? - Ostthüringer Zeitung Online 

Forderungen nach bundesweitem Feiertag. Gedenken an DDR-Volksaufstand vor 62 Jahren - rbb Online 

Politik würdigt den DDR-Volksaufstand von 1953 - Thüringer Allgemeine Online 

 

Informationen 

Ausführliche Informationen und Quellen zum Aufstand des 17. Juni in der DDR:

www.17juni53.de (Bundeszentrale für politische Bildung)

www.jugendopposition.de (Bundeszentrale für politische Bildung / Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.)

Liste der von sowjetischen Gerichten und DDR-Gerichten zum Tode Verurteilten und inzwischen rehabilitierten Thüringer (unvollständig)

Andrea Herz (Hg.): Quellen zur Geschichte Thüringens: Der 17. Juni 1953 in Thüringen (LzfpB Thüringen) LzfpB Thüringen) 

 Zeitzeugenberichte zum 17. Juni 1953 in Jena (Geschichtswerkstatt Jena e.V.)

Die Haftkameraden des Speziallagers Buchenwald und der Initiativgruppe Buchenwald 1945-1950 e.V. treffen sich am 20. Juni am Gräberfeld des Lagers Buchenwald II.
Am Tag zuvor findet ein Empfang des Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen und der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora für ehemalige Häftlinge des Speziallagers Buchenwald im Dorotheenhof Weimar statt. Die Schließung des Lagers selbst jährte sich im April diesen Jahres zum 65. Mal.

Zum Hintergrund: Rund ein Dutzend Speziallager entstanden in der sowjetischen Besatzungszone. 120.000 Deutsche wurden nach sowjetischen Angaben dort inhaftiert. Ein Drittel von ihnen starb allein im Winter 1946/47 an den Folgen von Unterernährung. Die ersten Häftlinge kamen am 21. August 1945 in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Dort waren es 7.100 Menschen, die durch Vernachlässigung, Krankheit und Unterernährung zu Grunde gingen. Sie wurden anonym verscharrt, die Angehörigen nicht benachrichtigt.

GH 21 06 2015Im Rahmen des Tags der offenen Tür wird am 13. Juni die Ausstellung „Die DDR – zwischen Repression und Widerspruch“ im Thüringer Landtag eröffnet. Die Ausstellung wurde vom Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen erarbeitet und erzählt in sechs Kapiteln die Geschichte der DDR. Sie spannt den Bogen von den Anfängen bis hin zum Zusammenbruch. Das Wechselverhältnis von Repression und Widerstand steht dabei im Mittelpunkt.

Wann: Samstag, 13.06.2015, 13:00 Uhr
Wo: Thüringer Landtag, Funktionsgebäude 1. Etage, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt

Rede zur Ausstellungseröffnung in der Gedenkstätte Bautzen von Prof. Dr. Manfred Wilke

Die meisten Teilnehmer des Gefangenenaufstandes im „Gelben Elend“ vor 65 Jahren sind nicht mehr unter uns. Ihre Erhebung war ein Akt der Notwehr: weil die ohnehin karge Verpflegung gekürzt wurde, sahen die unterernährten und durch Krankheiten geschwächten Gefangenen dem sicheren Hungertod entgegen. Mit dem Mut der Verzweiflung begehrten sie gegen ihre Bewacher auf, die diese größte Häftlingsrevolte in der Geschichte in der DDR gewaltsam beendeten.
Von dem dramatischen Aufstand wissen wir vor allem aus zwei Briefen, die Gefangene aus der Haftanstalt schmuggelten und nach Westen-Berlin brachten. Es waren Hilferufe, die sie an die gesamte zivilisierte Welt richteten, an alle freien Menschen: sie sollten helfen, damit die Bautzener Häftlinge nicht „langsam verrecken wie hilfloses Vieh!“
Die meisten politischen Häftlinge, die im März 1950 in den Ausstand traten, waren von sowjetischen Militärtribunalen aus unterschiedlichen Gründen zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, oftmals zu 25 Jahren. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Angehörige demokratischer Parteien, die sich der Allmacht der Kommunisten in der SBZ widersetzt hatten. Aber auch Angehörige von SS und Gestapo, die als Kriegsverbrecher abgeurteilt und in das 1945 eingerichtete sowjetische Speziallager Bautzen eingeliefert wurden.

"Der Quellenwert der Stasi-Akten für die zeitgeschichtliche Forschung" 

25 Jahre nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch scheint sich die Diskussion um die Zukunft der Hinterlassenschaften des Staatssicherheitsdienstes – meist einfach als Stasi-Akten bezeichnet – wieder zu verstärken. Die Frage nach der Aktualität dieser Akten stellt sich nach Meinung von Josef Pilvousek in zwei Richtungen. Zum einen wird argumentiert, dass nach so langer Zeit einfach einmal ein Schlussstrich gezogen werden müsste. Zum anderen wird angemerkt, dass für die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Probleme kaum Antworten in den Akten eines Geheimdienstes zu finden seien, und zudem wären bei deren Interpretation ja auch unterschiedliche Urteile möglich. So fordert man beispielsweise das Ende der Bundesbehörde BStU und der Akteneinsicht, hebt die vermeintlich großen finanziellen Aufwendungen hervor, vergleicht die Stasi mit anderen Geheimdiensten und relativiert sie damit, um schließlich den gesellschaftlichen Frieden zu beschwören, der durch die Zerstörungskraft der brisanten Akten gefährdet sei. Diese Argumentationsketten, so Pilvousek, sind trotz ihrer Popularität problematisch, weil sie zu kurz greifen. Genau hier setzt die Vortragsreihe an – und stellt den Quellenwert dieser Akten für die zeitgeschichtliche Forschung anhand anschaulicher Beispiele heraus.

 

Wo: 

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Collegium maius, Michaelisstraße (gegenüber der Michaeliskirche), 99084 Erfurt

Termine:

Dienstag, 16.06.15, 18:00 Uhr: Dr. Reinhard Buthmann
„MfS an Thüringer Universitäten – am Beispiel der TH Ilmenau“

Mittwoch, 22.07.15, 18:00 Uhr: Dr. Hanna Labrenz-Weiß
„Die Herrschaft im Alltag am Beispiel der MfS-Kreisdienststelle Nordhausen“

Mittwoch, 16.09.15, 18:00 Uhr: Dr. Torsten Müller
„Stasi im Dorf. Die geheimpolizeiliche Überwachung einer Eichsfeld-Gemeinde im Sperrgebiet“

Mittwoch, 14.10.15, 18:00 Uhr: Dr. Douglas Selvage
„Die AIDS-Verschwörung“

Dienstag, 10.11.15, 18:00 Uhr: N. N.
N. N. 

Dienstag, 08.12.15, 18:00 Uhr: Dr. Matthias Wanitschke
„Quellen-Zeitzeugen-Projekte unter Nutzung von MfS-Akten“

 

Das vollständige Programm ist hier als Download verfügbar. 

Ein wichtiger Aspekt der friedlichen Revolution war die Öffentlichmachung und Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen. Einen maßgeblichen Anteil daran hatten etwa der Bund der Zwangsausgesiedelten und die Initiativgruppe Buchenwald 1945-1950, die sich früh im Zuge der friedlichen Revolution bildeten.

Am 26. Mai 1990 gründete sich schließlich der Thüringer Landesverband der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Von der Gründungsversammlung in Gotha berichtete die Tageszeitung u.a.: „Die schonungslose Aufklärung sozialistischer Verbrechen ist und bleibt die Herausforderung unserer Tage, so die Meinung des Verbands. Jeder, der heute versuche, sich dem entgegenzustellen, sei daher nicht nur moralisch zu verurteilen, sondern pervertiere das neugewonnene demokratische Gedankengut. Der VOS Thüringen protestiert daher energisch gegen Versuche, durch ein sogenanntes ‚Amnestiegesetz’ die Vergangenheit aus der Welt zu schaffen.“

Der VOS e.V. war 1950 in Berlin (West) von ehemaligen Häftlingen der sowjetischen Internierungslager gegründet worden und hat die Interessen der Opfer der SED-Diktatur in der Bundesrepublik vertreten. Vor 25 Jahren wurde dann auch in Thüringen ein Landesverband gegründet. Folgende Forderungen machte sich der Thüringer VOS auf seiner Gründungsversammlung zu eigen:

 

Mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall streiten ehemals politisch Verfolgte noch immer um einen angemessenen Umgang mit den Folgeschäden der SED-Diktatur.Verborgene WundenMit den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen wurde der erste Schritt zur Aufarbeitung vollzogen. Dennoch üben zahlreiche Opferverbände Kritik an zu geringen Rentenzahlungen, Defiziten in den Anerkennungsverfahren von haft- und verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden und gesellschaftlichen Verharmlosungstendenzen und fordern Nachbesserungen.

Im vorliegenden Buch wird eine umfassende Einordnung der Spätfolgen politischer Traumatisierung in der ehemaligen DDR vorgenommen. Namhafte Expertinnen und Experten äußern sich zu Problemen in der aktuellen Begutachtungspraxis psychischer Traumafolgestörungen sowie zu Besonderheiten der Behandlung im Bereich psychoanalytischer Therapie, Verhaltenstherapie und alternativer Traumatherapiemethodik. Erstmals werden auch die Auswirkungen politischer Verfolgung auf die Familie und die Nachkommen der Opfer in den Fokus der Betrachtung gerückt.
Mit Beiträgen von Karl-Heinz Bomberg, Doris Denis, Ruth Ebbinghaus, Alexandra Evers, Jörg Frommer, Bettina Kielhorn, Stefanie Knorr, Erika Kunz, Frank-Dietrich Müller, Freihart Regner, Carsten Spitzer und Stefan Trobisch-Lütge

 

Die Herausgeber Stefan Trobisch-Lütge und Karl-Heinz Bomberg können Sie im Rahmen einer Buchlesung zu folgenden Terminen kennenlernen: 

13.03.15: Leipzig, Buchmesse
28.03.15: Berlin, UOKG- Treffen
28.04.15: Berlin, Gedenkbibliothek
08.05.15: Würzburg, Arbeitstagung
09.05.15: Aschaffenburg, Arztpraxis
28.05.15: Cottbus, Menschenrechtszentrum
02.06.15: Berlin-Mitte, DDR-Museum
13.06.15: Berlin, IPU, Lange Nacht der Wissenschaften
04.07.15: Nienborstel, Heuboden-Event
20.08.15: Perleberg, DDR-Museum
15.09.15: Berlin, IES
02.10.15: Berlin, Pfarrkirche
03.10.15: Berlin, DGPT-Kongress
16.10.15: Frosinone, Italien
18.11.15: Berlin, ev. Gemeinde Hellersdorf

Am vergangenen Freitagmorgen ist Josef Kistner im Alter von 78 Jahren verstorben, heute fand seine Beerdigung in Holungen statt. Der Landesbeauftragte bedauert den unerwarteten Tod und erinnert an Josef Kistner, der sich in seiner Tätigkeit als Umweltaktivist dem SED-Regime widersetzte und mit seiner Forschungstätigkeit maßgeblich zur Aufarbeitung der Umweltsünden der ehemaligen DDR beitrug.   

Diesbezüglich berichtete heute auch die TLZ: Jahrelang hatte Josef Kistner an einer Dokumentation des zähen Ringens um die Rettung von Holungen gearbeitet, die er schließlich im vorigen Jahr in Form des Buches „DDR-Umweltdrama – Kampf um ein Eichsfelddorf“ präsentieren konnte, das zahlreiche Dokumente darüber enthält, wie Holunger Bürger seit den 70er Jahren bis zur Wendezeit gegen die Verfüllung des Bodetales durch die wachsende Abraumhalde des Bischofferöder Kaliwerkes anrannten. Kistner, damals Leiter der Elektroabteilung des Zementwerkes Deuna, organisierte als Kopf einer Bürgerinitiative zusammen mit der Kulturbund-Ortsgruppe maßgeblich den mutigen Widerstand gegen diese geplante Maßnahme, die eine Überflutung Holungens hätte zur Folge haben können, da sich der 1979 unter der Halde gebaute Tunnel für die Bode als unsicher erwies. Zudem waren ungünstige klimatische Veränderungen für den Ort zu befürchten. Die Rettung kam dann durch Mauerfall und DDR-Auflösung. Mitte der 90er Jahre erfuhr Kistner, dass er auf einer Internierungslager-Liste der Stasi gestanden hatte. Lesen Sie hier den vollständigen Artikel auf tlz.de.

Mit seinen Werken hat Schriftsteller Reiner Kunze die gesamtdeutsche Literaturlandschaft in einzigartiger Weise geprägt. Hierfür wurde er am 9. Mai 2015 von der Hanns-Seidel-Stiftung in München mit dem Franz Josef Strauß-Preis ausgezeichnet. 
In der Rede zu seiner Auszeichnung geht Reiner Kunze explizit auf die Verhängung von Todesurteilen durch das SED-Regime ein und gibt Beispiele, die einen ideologischen Haß widerspiegeln, der durch nichts in Schranken gewiesen wurde. So spricht Kunze beispielsweise den Fall Manfred Smolka an, der wegen seiner Flucht nach West-Deutschland als 29-jähriger am 11. Juli 1960 enthauptet wurde. 
Weitere Hintergrundinformationen zum Fall Manfred Smolka und wie das SED-Regime versuchte, solche Exekutionen zu vertuschen finden Sie in diesem Beitrag des mdr.  

Die vollständige Rede von Reiner Kunze zu seiner Auszeichnung finden Sie hier. 
Lesen Sie hier mehr zur Preisverleihung auf der Webseite der Hans-Seidel-Stfitung. 

 

 

Der ehemalige Leichtatlet Volker Heinrich verstarb am 5. Mai 2015. In der letzten Zeit hatte er deutlicher auf sein Leiden infolge des DDR-Dopings aufmerksam gemacht. Von seiner Geschichte als politisch Verfolgter ist im Buch von Ellen Thiemann: "Wo sind die Toten von Hoheneck?"einiges zu lesen. Die Geschichte von Sylvia Oschem ("Arbeit verweigert, in Wasserzelle gesperrt") und Volker Heinrich wurde hier in der 2. Auflage (2014) eingefügt. Die technische Zeichnerin Sylvia Oschem und der Berliner Langstreckenläufer Volker Heinrich waren unabhängig voneinander wegen Republikflucht 1974 bzw. 1975 an der Grenze nach West-Berlin verhaftet worden. Sylvia Oschem wurde im Frauenzuchthaus Hoheneck inhaftiert und Volker Heinrich in der Haftanstalt Cottbus. Erstmals begegneten sie sich im April 1976 im Bus, der die freigekauften politischen Häftlinge aus der Abschiebehaft in Karl-Marx-Stadt nach Gießen brachte. Später trafen sie sich wieder und 1982 heirateten sie in Mainz. Im Jahr 2005 zogen Sylvia und Volker Heinrich in Sylvias alte Heimat in den Thüringer Wald. Volker Heinrich litt an Leberzirrhose. Er wurde mehrfach operiert. Ein Transplantationschirurg in Hamburg öffnet ihm die Augen und sagte zu ihm: "Du bist nicht der einzige. Ich habe noch mehr von denen, die mal Hochleistungssport gemacht haben. Die gleichen Symptome." und Volker Heinrich beschrieb vor einigen Wochen sein Leiden: "Da ging der Rhythmus dann los.Ich bin dann berentet worden und stehe heute auf der Transplantationsliste." (MDR Exakt am 7. Januar 2015). Er wird am 16. Mai in seiner neuen Heimat beerdigt. Sein Tod berührt uns!

Die Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, Ines Geipel, fragte den Thüringer Sportbund nach dem Tod von Volker Heinrich an, was der LSB für die Sportler, die politisch verfolgt oder mit Doping-Folgeschäden in Thüringen leben, getan hat. Lesen Sie den Artikel auf Thüringer Allgemeine Online vom 11.05.2015.

25 Jahre nach dem Ende des kommunistischen Regimes von Enver Hoxha hat das albanische Parlament am 30.04.2015 mit 84 Ja-Stimmen bei 22 Gegenstimmen (ohne Enthaltungen) beschlossen, die Archive der ehemaligen Geheimpolizei „Sigurimi“ (Drejtoria e Sigurimit të Shtetit, dt. Direktion der Staatssicherheit) zu öffnen. Diese Entscheidung ist Ergebnis jahrelanger parlamentarischer Debatten. Eine Unterscheidung zwischen Betroffenen, Tätern und Dritten wird nicht vorgenommen. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens jeder fünfte Albaner mit dem wohl grausamsten kommunistischen Geheimdienst Europas zusammenarbeitete. Auf das Konto des von Enver Hoxha eingesetzten Terrorapparates gehen mehr als 7.000 Ermordungen. Über 100.000 Albaner mussten in Arbeitslager, in denen viele den Tod fanden. Nach dem Sturz des Hoxha-Regimes wurde die Geheimpolizei aufgelöst, viele der Akten wurden bis 1997 vernichtet.


Der Umgang mit dem Diktaturerbe in Albanien wird auch Thema des 19. Bundeskongresses der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sein. Das vollständige Programm entnehmen Sie bitte dem Flyer

flyer ueberwundender Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen.

pdf ThLA

 

Flyer jetzt ansehen

Der Abend mit Günter Grass und Johano Strasser in der Wohnung des Schriftstellers Frank-Wolf Matthies im November 1980 war heiß, auch wenn Günter Grass geschickt nur aus der auch in der DDR abonnierbaren rumänisch-deutschen Zeitschrift "Neue Literatur" las – einen kurz zuvor dort erschienenen Auszug aus "Kopfgeburten oder die Deutschen sterben aus". Wer hatte die Idee? Womöglich die Lektorin Krista Maria Schädlich, die Matthies zu Rowohlt und mich zum Ullstein Verlag brachte. Lesekreise und politische Grüppchen gab es mehrere in Ost-Berlin, bei Matthies war einiges anders. Der begnadete, liebevolle – und mitunter unausstehliche – Frank-Wolf wollte nicht nur die literarische Emanzipation von allen staatlichen Vorgaben, er betrieb nebenher auch die Verflechtung zur politischen Opposition hin. Neben DDR-Autoren wie Adolf Endler, Elke Erb oder Kurt Bartsch war auch Robert Havemann gelegentlicher Gast der Abende.

striche ziehenEine weißer Strich über die bunte Mauerseite in West-Berlin. Eine Kunstaktion, die 1986 mit einer folgenschweren Verhaftung enden sollte. Die Vorgeschichte spielt in der Weimarer Punkszene der 1980er Jahre, wo
kleine anarchische Freiräume gegen den staatlichen Normalismus verteidigt wurden: Macht aus dem Staat Gurkensalat! Mehr als dreißig Jahre später zeigt sich: es gab eine undichte Stelle. Ein Verrat steht plötzlich
im Raum. Die Folgen ziehen ihren perfiden Strich bis ins Heute. Freundschaften zerbrechen im Nachhinein. Der Film erzählt von der Spannung zwischen Subkultur und Diktatur. Es ist kein Strich unter die DDR zu ziehen.

www.deutsche-einheit-1990.de zeigt das Regierungshandeln aller 23 Ministerien

25 Jahre, nachdem die letzte und einzige frei gewählte DDR-Regierung am 12. April 1990 ihre Amtsgeschäfte aufgenommen hat, präsentierte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin die erste multimediale Dokumentation der Regierungsarbeit. Die Webseite „Aufbruch und Einheit. Die letzte DDR-Regierung“ bietet umfassende Einblicke in die Arbeit der letzten DDR-Regierung und ihrer Protagonisten.

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Christian Dietrich (rechts) übergibt seinen Tätigkeitsbericht an Christian Carius (links)

Heute hat der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Christian Dietrich seinen Tätigkeitsbericht an den Landtagspräsidenten Christian Carius überreicht. Erstmalig bezieht sich der Tätigkeitsbericht auf einen Zeitraum von zwei Jahren.

Eckpunkte des Berichts sind zum einen die Beratungstätigkeit des Landesbeauftragten sowie der Beratungsinitiative SED-UNRECHT, zum anderen die Aktivitäten des Landesbeauftragten im Rahmen politischer Bildung. Zahlreiche Statistiken, etwa zu der Akteneinsicht in die Stasi-Unterlagen oder zur Beratung von ehemaligen DDR-Heimkindern machen deutlich, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur bei Weitem nicht abgeschlossen ist.

„Das Erzählen über die DDR kann eine Chance sein.“ Das schreibt der Roland Jahn im Vorwort seines Buches „Wir Angepassten“.

"Mit hochbelastetem Personal ist Aufarbeitung nicht zu machen - diese Menschen demütigen und ignorieren die Opfer", ist Ines Geipel überzeugt. Die ehemalige DDR-Leistungssportlerin ist die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins. Sie prangert seit Jahren die stagnierende Aufarbeitung der Stasiverstrickung und des Dopings im DDR Sport an. Weder die Sportvereine und -verbände noch die Politik hätten ein Interesse an einer echten Vergangenheitsbewältigung.

Ist den Opfern der kommunistischen Diktatur in der DDR durch den bundesdeutschen Rechtsstaat Gerechtigkeit widerfahren? Dieser Frage widmeten sich Bundespräsident Joachim Gauck, der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Professor Hans-Jürgen Papier, und der Psychologe und Schriftsteller Jakob Hein in der Podiumsdiskussion „Recht und Gerechtigkeit – Der Umgang mit dem SED-Unrecht im vereinten Deutschland“ am 10. Dezember 2014 in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin.

Rede des Landesbeauftragten

4. Dezember: Erfurt - Petersberg 15:00

Mittwoch, 3. Dezember, 15 Uhr, Jakobskirche in Weimar,

Icon externer Link MDR-Interview Wir sind eine offene Gesellschaft

"Mit hochbelastetem Personal ist Aufarbeitung nicht zu machen - diese Menschen demütigen und ignorieren die Opfer", ist Ines Geipel überzeugt. Die ehemalige DDR-Leistungssportlerin ist die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins. Sie prangert seit Jahren die stagnierende Aufarbeitung der Stasiverstrickung und des Dopings im DDR Sport an. Weder die Sportvereine und -verbände noch die Politik hätten ein Interesse an einer echten Vergangenheitsbewältigung.

Erfurt, den 20. November 2014

Am 14.11. fand die 1. Lesung des Fünften Gesetzes zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der DDR statt.

Udo Scheer über Plauen
Rainer Eckert über Leipzig
Mittwoch, 10. Dezember 2014, 18:30 Uhr
in der Volkshochschule Jena
(Gebäude Grietgasse 17a, 07743 Jena)

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von Inga Wolfram

So nicht Genossen! Vier Frauen retten die Stasi-Akten

ARD Das Erste Sonntag, 30.11.2014 17:30 – 18:00 (30 Min.)

Weimar: Dienstag, 25.11.2014, 19.00 Uhr, Café-Restaurant "Divan"
Gäste: Rudolf Keßner, Christine Schild
Moderation: Stephan Schack

Gera: Mittwoch, 26.11.2014, 19.00 Uhr, Museumsstuben im Ferberschen Haus
Gäste: Gabriele Damm, Michael Stolle
Moderation: Stephan Schack

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Cover Bericht

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

Der Landesbeauftragte auf Facebook:

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Beratungsangebote

Persönliche Beratung und telefonische Anfragen sind zu den aufgeführten Sprechzeiten möglich.

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Bundesstiftung Aufarbeitung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

Freiheit Einheit

25 Jahre Freiheit und Einheit Deutschlands
Neues Internetangebot der Bundes-regierung zu Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung:

www.freiheit-und-einheit.de

der bundesbeauftragte

Der Bundesbeauftragte
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

www.BStU.bund.de

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