Freitag, 20.Oktober 2017

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Der aktuelle SPIEGEL widmet sich der DDR-Aufarbeitung im Thüringer Sportbund und der aktuellen Gesetzesdebatte zur Sportförderung in Thüringen. (Steffen Winter SPIEGEL 22/2017, S. 96):
„Als die Thüringer Linke, SPD und Grünen im Dezember 2014 die deutschlandweit erste rot-rot-grüne Landesregierung bildeten. gaben sie ein Versprechen: Die Vergangenheit so schrieben sie in ihren Koalitionsvertrag werde ‚vielfältig und beispielhaft für die gesamte Bundesrepublik aufgearbeitet‘. ‚Konsequent‘. ‚schonungslos‘ und ‚in all ihren Facetten‘ werde die SED-Diktatur seziert.


Doch wenn es um Ruhm und Ehre des Freistaats auf den Wettkampfplätzen dieser Welt geht, so zeigt sich, bleiben die hehren politischen Ziele auf der Strecke. Das linke Bündnis bugsiert gerade ein Gesetz zur Sportförderung durch den Landtag. das es ehemaligen Dopingfunktionären ermöglicht, weiter im Sportbetrieb zu bleiben — und zwar staatlich gefördert. […] Die geschichtsklitternde Linie des Landessportbunds ist es auf jeden Fall. 2007 hatte der Verband noch einen Maßnahmenplan im Kampf gegen Doping beschlossen. Trainer, Betreuer, Arzte, Physiotherapeuten und leitende Mitarbeiter sollten in einer Ehrenerklärung versichern, dass sie ‚zu keinem Zeitpunkt‘ Dopingsubstanzen ‚weitergegeben, zugänglich gemacht, rezipiert oder appliziert‘ haben. Im November 2016 wurde die Ehrenerklärung umgeschrieben. Nun reicht es, wenn die Trainer versichern, sich künftig ‚in keiner Weise an Dopingmaßnahmen zu beteiligen oder das Doping zu unterstützen‘. Was früher war — Schwamm drüber.“
In der Plenardebatte Ende März zeigte sich, dass zumindest der Abgeordneter Kobelt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) den alten Ehrenkodex des LSB wieder in Kraft gesetzt sehen möchte. Er zitierte: „Hier gibt es fünf Paragrafen, ich möchte nur einen davon zitieren, dort steht ganz eindeutig die Ehrenerklärung und die Verpflichtungserklärung, wenn man zum Beispiel Übungsleiter werden möchte: Ich habe zu keinem Zeitpunkt Sportlerinnen oder Sportlern Substanzen weitergegeben, zugänglich macht, rezipiert oder appliziert oder Methoden angewandt, die gegen die jeweils gültigen nationalen oder internationalen Antidopingbestimmungen verstoßen haben. […] Das ist die Formulierung, die wir uns auch für das Sportgesetz wünschen.“ (Protokoll Arbeitsfassung Thüringer Landtag, 6. Wahlperiode, 79. Sitzung, 23.03.2017)
Seit langen haben die Landesbeauftragten empfohlen, die Sportförderung von einer personalpolitischen Selbstverpflichtung des Sportes abhängig zu machen, durch die Transparenz und Glaubwürdigkeit gestärkt werden. „Die Delegitimierung des Dopings in den Sportverbänden bedarf nicht nur der juristischen Grenzziehung, sondern auch einer ethischen Selbststeuerung der Institutionen. Diese geschieht vorrangig durch die Stärkung der selbstkritischen und reflexiven Potentiale in den Verbänden. Neben den Medien haben die Sportförderer hier eine hohe Verantwortung. In diesem Zusammenhang erklärte das Thüringer Sportministerium, dass die Geschäftsstelle des Skiverbandes [seit 01.12.2016 Ulrich Wehling] keine Förderung aus dem Sportministerium erhalte.“ (Tätigkeitsbericht des ThLA 2015/16, S. 38, Quelle für die Äußerung der Sportministerin ist: MDR Thüringen am 19.11.2016).
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Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
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Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

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