Dienstag, 25.September 2018

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„Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“

Der Landesbeauftragte begrüßt das aktuelle Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundepräsidenten, der durch die Hamburger Körber-Stiftung derzeit ausgerichtet wird. Vom 1. September 2016 bis zum 28. Februar 2017 sind Schüler dazu aufgerufen, auf Spurensuche in ihrem Umfeld zu gehen, inwiefern Religion bzw. Glaube die Gesellschaft verändert hat. Gerade im Bezug auf die DDR-Geschichte gibt es zu dieser Theamtik viel zu untersuchen:

Entsprechend der marxistischen Ideologie behauptete die SED, die Nichtexistenz Gottes beweisen zu können, und erklärte ihre „Wissenschaftliche Weltanschauung“ in vielen Bereichen der Gesellschaft als verbindlich. Entsprechend dieser prinzipiellen Verneinung bzw. Verachtung alles Religiösen kann jeder Christ, der in der DDR lebte, seine Verfolgungsgeschichte erzählen. Das betraf die Abwertung von Kirche und Religion im Bildungswesen. Besonders markant war die Beschneidung der Religionsfreiheit bei der Diskriminierung derer, die sich der Jugendweihe widersetzten. Am Ende der SED-Diktatur waren Friedensgebete in den Kirchen eine der Ausgangspunkte für die Friedliche Revolution.
Was heißt der Lutherspruch: „Hier stehe ich und kann nicht anders“ für Christen in der DDR? Beispielsweise verweigerte der 23-jährige Christ Rainer Eppelmann den Waffendienst. Wegen „Befehlsverweigerung“ saß der Maurer acht Monate in Haft. Dann als evangelischer Pfarrer störte er (auch) seine Kirchenleitung. Besonders seine Jugendarbeit - seit 1979 mit „Bluesmessen“ -rief die Stasi auf den Plan. Um etwas gegen das gegenseitige Hochrüsten im Kalten Krieg zu unternehmen, verfasste er 1982 blockübergreifend den „Berliner Appell“, weshalb er von der Stasi vernommen, aber wegen seines Bekanntheitsgrades nicht mehr abgeurteilt wurde. 1989 war er Verteidigungsminister der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Bis heute ist der CDU-Politiker aktiv.
Aber auch viele nicht so prominente „Andersdenkende“, wie sie der SED-Staat klassifizierte, sind für ihren Glauben an die individuelle Freiheit gegen den SED-Staat aufgestanden.

Unterstützung für Thüringer Lehrer bzw. Schüler zum Geschichtswettbewerb

Wir unterstützen mit Fachgesprächen, Literatur bzw. Quellen-Herausgabe sowie Vermittlung von Zeitzeugen, die aufgrund ihres Glaubens („dass es Dinge gibt, für die es zu leiden lohnt“ Charta 77) für die Verbesserung ihres Alltags die staatliche Verfolgung in Kauf nahmen.

Weitere Informationen zum Geschichtswettbewerb hier auf www.koerber-stiftung.de.

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

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Beratungsangebote

Persönliche Beratung und telefonische Anfragen sind zu den aufgeführten Sprechzeiten möglich.

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Bundesstiftung Aufarbeitung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

der bundesbeauftragte

Der Bundesbeauftragte
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

www.BStU.bund.de

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