Samstag, 23.September 2017

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Filmvorstellung und Gespräch mit Regisseur Dr. Dean Cáceres

Die letzten Zeugen des Gulag

Die Filmemacher Dr. Dean Cáceres und Lars Henze begeben sich in „Die letzten Zeugen des Gulag“ auf eine Spurensuche nach den letzten Überlebenden der stalinistischen Arbeitslager. Dabei führt die Reise von den Erschießungsplätzen Butowo und Sandarmoch bis an die äußersten Grenzen der Zivilisation: Auf den Solowki-Inseln wurde das Gründungskloster der orthodoxen Kirche zum „arktischen Auschwitz“ (Alexander Issajewitsch Solschenizyn). Theater, Musik, Kunst und Literatur spielten für die Inhaftierten als Faktor zum Überleben eine große Rolle, wie im Film jene letzten Zeugen des Gulag berichten.

Für die Musik des Films wurde weitgehend auf Gulag-Kompositionen zurückgegriffen: Vsevolod Zaderadsky war seinerzeit Klavierlehrer des Zaren und wurde 1937 zu zehn Jahre Straflager in Nordsibirien verurteilt. Trotz der fatalen Bedingungen im Gulag hatte Zaderadsky 1937/38 damit begonnen, „24 Präludien und Fugen“ in Auseinandersetzung mit Bach zu schreiben. Das Papier, das er dafür nutzte, bestand aus einem Stapel von Telegramm-Formularen. Seine Kompositionen sind in „Die letzten Zeugen des Gulag“ zu hören.

An die Filmvorstellung schließt sich eine Diskussions- und Gesprächsrunde mit dem Regisseur an.
Dr. Dean Cáceres erläutert die Bedeutung des Gulag-Systems in der Sowjetunion, spricht über die Dreharbeiten im heutigen Russland und freut sich auf die Fragen des Publikums.

Wann: 19. Oktober 2017, 19:00 Uhr
Wo: Stadtbücherei Suhl, Bahnhofstr. 10, 98527 Suhl

Eine gemeinsame Veranstaltung des ThLA mit der Stadtbücherei Suhl.

 

Lesung mit Utz Rachowski

„Die Lichter, die wir selbst entzünden“

Der Titel der Lesung „Die Lichter, die wir selbst entzünden“ ist dem neuesten Buch von Utz Rachowski entlehnt, das 2018 erscheinen wird. Der Autor liest an diesem Abend Prosa und einen essayistischen Text, der mit der geschichtlichen Bedeutung der Gedenkstätte Amthordurchgang in Gera korrespondiert.
Utz Rachowski ist gebürtiger Vogtländer. 1954 wird er in Plauen geboren. Im Alter von 17 Jahren muss er die Oberschule verlassen, weil er einen Philosophieclub gründete. Anschließend schlägt er sich als Bahnhofsarbeiter und Elektromonteur durch, macht seinen Grundwehrdienst, holt das Abitur nach und geht nach Leipzig. Wegen fünf Gedichten und der Verbreitung verbotener Literatur (Biermann, Fuchs, Kunze, Pannach) wird er 1979 verhaftet und zu 27 Monaten Gefängnis verurteilt. Als Klient von Amnesty International folgt 1980 die Ausbürgerung. Bis 1992 lebt er in Westberlin und Göttingen, studiert Kunstgeschichte und Philosophie und kehrt dann ins Vogtland zurück. Heute arbeitet er als freier Autor und ist u. a. Bürgerberater zur Rehabilitierung von Opfern der DDR-Diktatur im Auftrag des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
In den vergangenen Jahren führte ihn seine Arbeit als Schriftsteller u. a. in die USA, den Senegal, nach Großbritannien, Kenia und Polen. Bisher veröffentlichte er zehn Bücher, darunter zwei Gedichtbände und ein Hörbuch. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet.

Wann: 20. Oktober 2017, 18:00 Uhr
Wo: Gedenkstätte Amthordurchgang, Amthordurchgang 9, 07545 Gera

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Verein Gedenkstätte Amthordurchgang e. V.

Vortrag und Podiumsdiskussion

Fluchthelfer im geteilten Berlin

Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 gruben couragierte Fluchthelfer mindestens 39 Tunnel unter der Sektorengrenze zwischen Ost- und West-Berlin hindurch. Damit ermöglichten sie mehr als 254 Menschen auf spektakuläre Weise die Flucht nach West-Berlin. Sie verhalfen den Flüchtlingen zu einem Leben in Freiheit, ermöglichten Familienzusammenführungen und bewahrten jene Menschen vor Verfolgung und politischer Haft.

Einer jener mutigen Tunnelbauer war Klaus-Michael v. Keussler. Er wird im Rahmen der Veranstaltung über seine Intention, seine Erlebnisse und die Herausforderungen sprechen, die mit dem Bau von Fluchttunneln in Zusammenhang standen.
Daneben berichtet Dr. Günther Heinzel als Zeitzeuge über die Vorbereitung der riskanten Flucht seiner jetzigen Frau über den Checkpoint Charlie im Kofferraum eines alliierten Militärfahrzeugs.
Eingeleitet wird der Abend durch den renommierten Historiker und Journalisten Sven Felix Kellerhoff, der einen allgemeinen Einführungsvortrag zur Entwicklung der Fluchthelferszene im geteilten Berlin geben wird.

Begrüßung: 
Christian Dietrich, Thüringer Landesbeauftragter 

Impulsvortrag: 
Sven-Felix Kellerhoff, Historiker und Journalist (Die Welt u.a.) 

Podiumsdiskussion: 
Klaus-Michael v. Keussler, Fluchthelfer und Tunnelbauer im geteilten Berlin 
Dr. Günther Heinzel, Fluchthelfer im geteilten Berlin
Christian Dietrich, Thüringer Landesbeauftragter 
Moderation: Sven-Felix Kellerhoff, Historiker und Journalist (Die Welt u.a.) 

Wann: 26. Oktober 2017, 18:00 Uhr 
Wo: Thüringer Landesvertretung beim Bund, Mohrenstraße 64, 10117 Berlin

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Cover Bericht

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

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