Montag, 25.März 2019

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Vortrag Dr. Anke Geier

„Grenze und Gewalt in Südthüringen“

Die innerdeutsche Grenze im Südthüringer Raum ist das Thema des Vortrages "Grenze und Gewalt in Südthüringen" von Dr. Anke Geier in der Volkshochschule Suhl. In vielen Orten fanden 1952 und 1961 Aussiedlungsaktionen statt, bei denen mehrere hundert Menschen unter Zwang aus den Grenzkreisen ins Landesinnere umgesiedelt wurden. Im Vortrag wird unter anderem die Entstehung des sogenannten „Grenzregimes“ betrachtet. Ebenso wird auf die geschliffenen Orte sowie auf die heutige Erinnerung an die ehemalige Grenze durch Deutschland eingegangen.

Wann: 25. April 2019, 18:00 Uhr
Wo: Historisches Rathaus, Meininger Str. 89, 98529 Suhl

 

Buchpremiere und Lesung mit Petra Riemann 

"Die Stasi, der König und der Zimmermann" 

Im Sommer 2013, mitten im Bundestagswahlkampf, berichtet die „WELT am Sonntag“: Der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann arbeitete als IM für die HV A der Stasi. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter des Schauspielers, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als "Oberleutnant Zimmermann" aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert. Sie kann nicht glauben, dass ihr Vater ein linientreuer IM war, der über Kollegen ans MfS berichtete. Petra Riemann arbeitet schließlich die eigene Familiengeschichte auf. Im Ergebnis entsteht das Buch „Die Stasi, der König und der Zimmermann“, das am 9. Mai erstmalig von der Autorin präsentiert wird.

Wann: 9. Mai 2019, 18:00 Uhr  
Wo: Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt

Tagesseminar mit Natalka Sniadanko und Wolfram Tschiche

Der ‚Homo sovieticus‘ als gesellschaftliches Phänomen

Nachdem sich die Sowjetunion durch den Eisernen Vorhang abgekapselt hatte, isolierte sich der Sowjetbürger von allen, die anders und deshalb nicht vertrauenswürdig waren. Die Ideologie förderte dies, indem sie die „Klassenfeindschaft“ betonte. Der Glaube an den paternalistischen Staat und die völlige Abhängigkeit wurden dem „Homo sovieticus“ in die Wiege gelegt. Denn der Sowjetstaat war im Gegensatz zum modernen westlichen Staatswesen kein Komplex von Institutionen, sondern eine einzige, „universelle Institution vormodernen, paternalistischen Musters…, die in alle Winkel der menschliche Existenz vordringt“: Da der Staat alles und jeden kontrolliert, war die sowjetische Gesellschaft sehr einfach und vertikal strukturiert. Das führte zu einer zutiefst hierarchischen Denk - und Verhaltensweise.

Im Rahmen des Tagesseminars wird beleuchtet, wie die Schaffung des "neuen Menschen", des "Homo sovieticus“, unter der Herrschaft der Bolschewiki vollzogen wurde. Weiterhin wird das Thema aus soziologischer und psychologischer Perspektive erörtert. Darauf basierend soll die zentrale Frage besprochen werden, welche Probleme sich für die Entwicklung einer liberalen und demokratischen Gesellschaft in den postsowjetischen Staaten ergeben haben bzw. bestehen. Die Refrenten der Veranstaltung sind die ukrainische Schriftstellerin, Übersetzerin und Germanistin Natalka Sniadanko und der Theologe, Philosoph, Publizist Wolfram Tschiche. 

Um verbindliche Anmeldung bis zum 26. April wird gebeten unter folgender Email-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. per Telefon unter: 039325/ 33359.
Kooperationspartner sind die Evangelischen Erwachsenenbildung / Thüringen und die Evangelischen Studentengemeinde / Erfurt.

Wann: 11. Mai 2019, 09:30 Uhr - 17:30 Uhr
Wo: Evangelische Studentengemeinde, Allerheiligenstraße 15, 99084 Erfurt

ukrainische Schriftstellerin, Übersetzerin, Germanistin
Tagung 

Der Fonds Heimerziehung/Ost – Bilanz & Perspektiven

Im Dezember 2018 endete der „Fonds Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990". Allein in Thüringen wurden über 24.000 Beratungsgespräche mit Betroffenen geführt, deren Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend besprochen und Ansprüche an den Fonds geklärt. Mehr als 4.000 ehemalige Heimkinder haben Leistungen aus dem Fonds erhalten. Doch die tiefsitzenden persönlichen Erinnerungen bleiben natürlich. Oftmals wurde erst durch die Existenz des Heimkinderfonds eine Auseinandersetzung mit der frühen Biografie begonnen. Die Tagung möchte einerseits die Ergebnisse des Fonds aufzeigen und diskutieren. Gleichzeitig muss andererseits über Perspektiven für die Betroffenen gesprochen werden. Mit dem Ende des Fonds kann das Kapitel Heimerziehung in der DDR nicht abgeschlossen werden. Ziel der Tagung ist es, sich über die Arbeit von Beratungsstellen, Möglichkeiten der Selbsthilfe und der wissenschaftlichen Aufarbeitung auszutauschen. Hierzu sind Betroffene, Fachexpert*innen und Wissenschaftler*innen gleichermaßen eingeladen.
Kooperations-Partner sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Universität Salzburg und Ernst-Abbe-Hochschule Jena.

Wann: 29. Mai 2019, 09:30 Uhr - 15:30 Uhr 
Wo: Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt

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Interaktive Karte
Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

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