Samstag, 22.September 2018

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Vortrag und Podiumsdiskussion mit Heike Knechtel, Gesine Tettenborn und Thomas Purschke

Staatliches Doping in der DDR 

Im staatlichen Auftrag wurden Hochleistungs- und Nachwuchssportler in der DDR gedopt. Sie erlitten hierdurch erhebliche gesundheitliche Schäden, deren Spätfolgen teilweise erst jetzt zu Tage treten. In seinem Vortrag spricht der Journalist Thomas Purschke über die Verstrickungen von Thüringer Medizinern und Wissenschaftlern im DDR-Staatsdopingsystem.
Darauf folgend liest Gesine Tettenborn (ehemalige Erfurter Spitzensportlerin) aus ihren bisher unveröffentlichten Zeitzeugenerinnerungen. Heike Knechtel von der Doping-Opfer-Hilfe informiert schließlich im Rahmen der Veranstaltung zur Lage der Dopingopfer, der Rehabilitierungspraxis und zum aktuellen Hilfsfonds.
Abschließend diskutieren Heike Knechtel, Gesine Tettenborn und Thomas Purschke unter der Moderation von Christian Dietrich über den Stand der Aufarbeitung des DDR-Sports in Thüringen.

Wann: 26. September 2018, 18:30 Uhr 
Wo: Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt 

Vortrag und Podiumsdiskussion mit Dr. Christian Stöber und Dr. Torsten W. Müller

„Sozialistisches“ Eichsfeld

Katholisch geprägt, schwach industrialisiert und deutsch-deutsches Grenzgebiet - das Eichsfeld war aufgrund dieser Gemengelage von Anfang an ein politisches Ausnahmegebiet in der DDR. „Wenn wir im Eichsfeld nicht vorankommen, nicht hier die Lehren ziehen, Erfahrungen sammeln, nicht hier das Beispiel schaffen, werden wir nicht in der Lage sein, in Bayern oder einem anderen katholischen Gebiet den Sozialismus aufzubauen“, mahnte Politbüromitglied Alfred Neumann auf der Sitzung des ZK Sekretariats am 1. Oktober 1958. Nur ein halbes Jahr später wurde von der SED der sogenannte „Eichsfeldplan“ beschlossen, um das katholische Milieu zu einem sozialistischen Industrieproletariat zu entwickeln. Es folgte die Ansiedlung gigantischer Industriebetriebe, ein massiver Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur, der Aufbau einer kirchenfernen, staatlich gelenkten und betriebsnahen Kulturszene sowie der systematische Import von regimeloyalen Kadern. In Leinefelde sollte sogar eine sozialistische Musterstadt errichtet werden. Nach der offiziellen Darstellung in der DDR-Historiographie und Propaganda sei der Eichsfeldplan eine einzigartige Erfolgsgeschichte gewesen. Doch welche Bilanz lässt sich tatsächlich ziehen? Neben der Entstehung, Zielsetzung und Umsetzung werden im Rahmen der Veranstaltung die Auswirkungen und Folgen des SED-Eichsfeldplans diskutiert. Es sprechen Dr. Christian Stöber vom Grenzmuseum Schifflersgrund und Dr. Torsten W. Müller vom Eichsfeldmuseum Heiligenstadt.

Wann: 27. September 2018, 19.00 Uhr
Wo: Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Andreasstraße 37a, 99084 Erfurt

Buchlesung und Gespräch mit den Autoren Roswitha Quadflieg und Burkhart Veigel

"Frei"

Roswitha Quadflieg und Burkhart Veigel werfen in ihrem aktuellen Roman „Frei“ einen spannenden Blick auf das Ende der DDR, rückblendend auf zeitgeschichtliche Ereignisse in den frühen Jahren nach dem Mauerbau und auf die Wirkungen des Kalten Krieges und schließlich der Wiedervereinigung - bis in die Gegenwart.
Dabei halten sie sich zum einen konzise an die historische Fakten und erdenken darüber hinaus eine romanhafte Handlung, die dem Historischen eine neue narrative Qualität gibt. „Frei“ ist ein temporeich und mitreißend erzähltes Buch, das die Frage nach individueller Verantwortung angesichts der politischen Umwälzungen stellt – damals wie heute.

Wann: Dienstag, 23. Oktober 2018, 18:30 Uhr
Wo: Evangelisches Augustinerkloster, Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt

Seminar 

„Feindberührung“ Aufarbeitung – Versöhnung?

Der Verrat Hartmut Rosingers als IM „Hans Kramer“ brachte dem Magdeburger ESG-Mitglied Peter Wulkau vier Jahre und sechs Monate Haft in DDR-Gefängnissen ein. 30 Jahre später treffen sich die beiden wieder und trauen sich, einen aufrichtigen Blick in das wahre Leben des anderen zu werfen. Eine Zeit wird lebendig, in der das Ministerium für Staatssicherheit sein IM-Netz in jedem Winkel der sozialistischen Gesellschaft knüpfte. Seit 2006 stellen sich beide ihrer Vergangenheit in Schülerprojekten. Seit 2011 gibt es den Dokumentarfilm „Feindberührung“. Das Seminar führt die beiden erstmalig an die damaligen Orte zurück. (Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, ESG). Ein Seminar für alle zeitgeschichtlich Interessierten. Besonders eingeladen sind ehemalige ESG-Mitglieder und Magdeburger Weggefährten. Weitere Informationen zum Ablauf der Tagung finden Sie hier

Wann: 26. / 27. Oktober 2018
Wo: Roncalli–Haus, Max-Josef-Metzger-Straße 12 / 13, 39104 Magdeburg

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

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