Sonntag, 22.September 2019

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Vortrag von Dr. Anke Geier

„Zwangsumsiedlungen in Thüringen“

Im Zusammenhang mit der Einführung eines verschärften Grenzregimes in der DDR wurden im Juni 1952 in Nacht-und-Nebel-Aktionen tausende Menschen in Thüringen ins Landesinnere umgesiedelt. Der Mauerbau und die folgenden Absperrmaßnahmen seit dem 13. August 1961 leiteten eine zweite erzwungene Aussiedlungswelle ein. Auch in Südthüringen verloren hunderte Menschen plötzlich ihre Heimat.
Der Vortrag geht auf die Entstehung des Grenzregimes in Südthüringen und die damit zusammenhängenden Zwangsaussiedlungen 1952 und 1961 ein. Es werden auch die Ereignisse in Streufdorf, wo sich viele Einwohner am 5. Juni 1952 gegen die Aussiedlung ihrer Nachbarn wehrten, betrachtet. Ebenso wird auf die geschliffenen Orte sowie auf die heutige Erinnerung an die ehemalige innerdeutsche Grenze eingegangen.
Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe „Geschichte lesen“ des Stasi-Unterlagen-Archives in Suhl statt. Diese Veranstaltungsreihe verbindet Archivrundgänge mit thematischen Lesungen und anschließenden Gesprächen. Um 16:00 Uhr findet die Archivführung statt und um 17:00 Uhr referiert unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Anke Geier zum hier beschriebenen Thema.

Der Eintritt ist frei. Sie haben an diesem Tag zudem die Möglichkeit, einen Antrag auf Einsicht in die Stasi-Unterlagen zu stellen. Bitte bringen Sie hierfür ein gültiges Personaldokument mit. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wann: 24. September 2019, 17:00 Uhr
Wo: Stasi-Unterlagen-Archiv Suhl, Weidbergstraße 34, 98527 Suhl

Buchpremiere und Lesung mit Petra Riemann

"Die Stasi, der König und der Zimmermann"

Im Sommer 2013 berichtet die „WELT am Sonntag“ mitten im Bundestagswahlkampf, dass der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann als Inoffizieller Mitarbeiter für die Stasi tätig gewesen sei. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe Riemann in den 1970er Jahren den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück bespitzelt und bereits seit den 1960er Jahren Künstlerkollegen in Thüringen - etwa am Meininger Theater - ausspioniert.
Lutz Riemann, bekannt als "Oberleutnant Zimmermann" aus der Fernsehserie „Polizeiruf 110“, gibt im Zuge der Berichterstattung 2013 seine Stasi-Tätigkeit unumwunden zu. Seine Tochter ist schockiert. Petra Riemann kann nicht glauben, dass ihr Vater ein linientreuer Spitzel war. Im Gegenteil: Sie kennt ihn als liberalen Familienvater, der seine Kinder zu freiem Denken und Widerspruch in der Diktatur ermunterte. Wie passt das zusammen? Wer verbirgt sich hinter „Richard König“?
Petra Riemann arbeitet schließlich die eigene Familiengeschichte auf und schafft Klarheit. Im Ergebnis entsteht das Buch „Die Stasi, der König und der Zimmermann“, das am 25. September 2019 erstmalig in Meiningen im Foyer der Kammerspiele von der Autorin präsentiert wird. Riemann wurde 1968 in Meiningen geboren und arbeitet als Filmschnittmeisterin beim Rundfunk Berlin Brandenburg.
Der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich zu der Veranstaltung ein, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Blauer Salon" in Kooperation mit der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Meiningen und dem Meininger Staatstheater stattfindet.

Wann: 25. September 2019, 19:00 Uhr 
Wo: Foyer der Kammerspiele, Bernhardstraße 5, 98617 Meiningen

Gespräch zwischen Landesbeauftragtem Dr. Peter Wurschi und Bundesbeauftragtem Roland Jahn

„Zwischen Anpassung und Widerstand. Dialog über Lebensentwürfe in der DDR.“

Landesbeauftragter Dr. Peter Wurschi spricht mit dem Bundesbeauftragten Roland Jahn über dessen Buch „Wir Angepassten: Überleben in der DDR“: Zur Wahl gehen oder den Studienplatz riskieren? Den Kontakt zur Tante im Westen abbrechen oder den beruflichen Aufstieg gefährden? Solche und ähnlichen Fragen haben sich viele Menschen in der DDR stellen müssen. Roland Jahn, selbst ein »Rädchen im Mechanismus der Diktatur«, bevor er sich verweigerte, erzählt am 16.11. in Gera von den Zumutungen des Alltags in der DDR. Im Gespräch mit Dr. Peter Wurschi versucht der Bundesbeauftragte zu ergründen, warum sich so viele den Vorgaben des SED-Staates angepasst haben. Wie groß war letztlich der Spielraum, den der Einzelne hatte? Roland Jahn will keine Abrechnung, sondern sucht nach Erklärungen; gemeinsam mit dem Thüringer Landesbeauftragten möchte er im Rahmen der Veranstaltung zu einem offenen Gespräch ermutigen.

Der Gesprächsabend findet im Rahmen der Geraer Veranstaltungsreihe "30 Jahre Friedliche Revolution" statt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier im Veranstaltungsflyer

Wann: 16. November 2019, 18.00 Uhr
Wo: Gedenkstätte Amthordurchgang e.V., Amthordurchgang 9, Gera

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

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Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
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