Dienstag, 17.Oktober 2017

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Im Jahr 2015 waren mehr als 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Sie flüchteten und flüchten vor Krieg, vor lang schwelenden sowie neu ausgebrochenen Konflikten und aus Angst vor Verfolgungen. Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen war noch nie so hoch wie heute und sie wird weiter steigen, wie der Halbjahresbericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) von 2015 zeigt. Flucht und Vertreibung werden durch die aktuellen Ereignisse auch den Deutschen gegenwärtig: Derzeit leben in Thüringen etwa 20.000 Flüchtlinge. Fern der Heimat suchen sie hier Schutz.
vetriebeneKein neues Phänomen, schon früher gab es Flucht und Vertreibung nach Thüringen – in deutlich größeren Ausmaßen. Zwischen 1944/45 und 1950 nahm das Land hunderttausende Vertriebene aus Schlesien, dem Sudentenland, Pommern und Ostpreußen auf. Ende 1948 lebten bereits über 680.000 Vertriebene in Thüringen, was einen Anteil von 22 Prozent an der damaligen Gesamtbevölkerung ausmachte. Die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten waren gezwungen ihren Platz in der Fremde zu finden.


Schließlich setzte mit der Installierung und Etablierung eines diktatorischen Herrschaftssystems in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) eine neuerliche Fluchtbewegung aus Thüringen ein. Bis zum Mauerbau im August 1961 waren knapp drei Millionen Menschen aus der SBZ und der DDR in den Westteil Deutschlands geflohen. Die stetig zur Abriegelung des sozialistischen Staates verstärkte innerdeutsche Grenze verhinderte auch nach 1961 nicht, dass über 600.000 Bürger das Land auf gefährlichen Wegen verließen. Die meisten Fluchtwilligen waren jung und resignierten angesichts der schwindenden Entfaltungsmöglichkeiten und der eingeschränkten Freiheit im SED-Staat.
Gleichzeitig ergriff die noch junge DDR Grenzsicherungsmaßnahmen, die zu organisierten Vertreibungen in Thüringen führten und wiederum zahlreiche Menschen zur Flucht in den Westen trieb: 1952 und 1961 wurden aus über 230 thüringischen Ortschaften an der Grenze zu Bayern, Hessen und Niedersachsen mehrere Tausend Menschen in Nacht-und-Nebel-Aktionen zwangsausgesiedelt und an neue Wohnorte in Thüringen verbracht.
Das Jahresthema Flucht und Vertreibung greift die Geschichte(n) von Flucht und Vertreibung nach, in und aus Thüringen zwischen 1945 und 1989 auf. Die damaligen Ereignisse und ihre Auswirkungen bis heute sind oftmals vergessen oder von anderen Themen überlagert. Im Rahmen des Jahresthemas soll Ihnen ein Einstieg in die dreigliedrige Thematik gegeben werden –mit Hinweisen und Kommentaren zu lesenswerter Fachliteratur, besuchenswerten Gedenkorten in Thüringen und wichtigen Meilensteinen der Geschichte im Rahmen einer Kalenderübersicht. Klicken Sie in einen der Teilbereiche, um mehr zu erfahren:

Teil 1: Flucht und Vertreibung nach Thüringen >>>

Teil 2: Flucht und Vertreibung in Thüringen>>>

Teil 3: Flucht und Vertreibung aus Thüringen>>>

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Cover Bericht

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Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
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