Samstag, 22.September 2018

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Als Band 8 der Studienreihe der der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erschien 2017 Annette Hildebrandt/Lothar Tautz: Protestanten in Zeiten des Kalten Krieges. Der Wittenberger Kirchentag zum Lutherjubiläum 1983 im Fokus der Staatssicherheit im Mitteldeutschen Verlag.
Dazu schrieb der Landesbeauftragte in der Kirchenzeitung der Evangelischen Kirchen in Mtteldeutschland "Glaube und Heimat" September 2017:
"Der ehemalige EKD-Ratspräsident Wolfgang Huber kritisierte nach dem diesjährigen Wittenberger Kirchentag die Nähe von Kirchentag und Kirchenleitung. Vor über einem halben Jahrhundert waren Kirchentage Manifestationen der Laien in der evangelischen Kirche. Doch in der DDR ließ die SED kaum Raum für eine Laienbewegung. Kirchentage waren in der DDR zugleich Brennpunkte der Auseinandersetzung mit der Diktatur. 1983 – im Lutherjahr – fanden sieben Kirchentage statt. Wenige Jahre zuvor noch unvorstellbar, konnten die Kirchen öffentliche Masseninstitutionen werden. Für die Konzeption und Durchführung des Wittenberger Kirchentag 1983 trug Lothar Tautz als Kirchentagssekretär Verantwortung. Zusammen mit Annette Hildebrandt hat er einen Erinnerungs- und Dokumentationsband in der Schriftenreihe der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt herausgegeben. Fast 100 Seiten Dokumente geben davon Zeugnis, wie konträr die Ziele der Kirchenvertreter und des Staates waren. Symbolisch zugespitzt wurde dies in der Umsetzung des Prophetenwortes „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen.“ Eine Vielzahl von Trägern dieses Symbols der kirchlichen Friedensbewegung waren kurz zuvor festgenommen oder von der Schule verwiesen worden. Im September 1983 schmiedete der selbständige Wittenberger Handwerker Stefan Nau eine Pflugschar aus einem Schwert und prägte damit den Kirchentag nachhaltig. Eines der Fotos ist auch Titelbild des Bändchens. Während die Herausgeber zu dem Ergebnis kommen, dass die SED keinen substantiellen Einfluss auf den Verlauf des Kirchentags nehmen konnten, stellen sie fest, dass dies für das Leben von Stefan Nau nicht gilt. Er musste seine Schmiede aufgeben. Wenig später stellte er einen Ausreiseantrag. Die SED behandelte Ausreisewillige als Staatsfeinde, denen man „keine Träne nachweinen“ sollte. Doch auch in den Kirchgemeinden wurden sie oft „aufgegeben“ und gar als Verräter behandelt. Dieses Verhalten problematisieren die Herausgeber und rücken so die bis heute wirkende Schmerzen und Dissonanzen ins Blickfeld. In diesem Sinn ist das Buch mehr als ein Erinnerungsbuch." Auf der Buchpräsentation während der Leipziger Buchmesse 2018 machten die Autoren darauf aufmerksam, dass die Mitteilung, Stefan Nau sei verstorben, nicht den Tatsachen entspricht.

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Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
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