Montag, 11.Dezember 2017

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Für drei Wochen war im Thüringer Landag die Ausstellung "Überwindung der Todesmauer" des Brůnner Verein Pamět (Gedächtnis) in der Übersetzung von Dr. E.v.Truetzschler zu sehen.

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HILFE! HILFE!
Beim lebendigen Leibe zerrissen: Der nicht einmal neunzehnjährige ostdeutsche Flüchtling Hartmuth Tautz wurde unweit von Pressburger Petržalka von zwei selbständig agierenden Hunden zerrissen. Es geschah am 8. August 1986. Die Hunde hießen Roby und Ryšo.
„An diesen Fall kann ich mich sehr gut erinnern Er gehörte zu den brutalsten während meiner Tätigkeit als Gerichtsmediziner. Es ging um einen Jungen, der zahllose Verletzungen erlitten hat, von denen die umfangreichste die Skalpierung seines Kopfes war. all die Verletzungen an sich führten aber nicht zum Tod. Sie lösten aber eine Schockreaktion aus, die in diesem Fall eine bedeutende psychologische Komponente hatte, denn es handelte sich um zwei Hunde. Zwei starke Tiere, gegen die er keine Chance hatte, sich zu wehren.“ Jaroslav Soclıor, Gerichtsmediziner
Hier kämpfte er um sein Leben: Die Stelle im Maiskolbenfeld, wo die Hunde den Jungen eingeholt haben und wo er mit ihnen um sein Leben kämpfte. Vergeblich. Zur österreichischen Grenze sind es ganze zweiundzwanzig Meter.
„Die durchgeführte Untersuchung hat bewiesen, dass die durch die Mitglieder der Grenztruppen der Einheit in Kopšany aufgrund der Grenzverletzung des DDR-Bürgers Hartmuth Trautz durchgeführten Maßnahmen im Einklang mit dem Gesetz über den Schutz der Staatsgrenze sowie im Einklang mit weiteren Dienstvorschriften standen. Danach geht es in diesem Fall nicht um den Verdacht einer Strafhandlung oder eines Fehlverhaltens und es steht nicht an, die Sache anders zu erklären." Militärstaatsanwalt Oberstleutnant Judr. Tibor Gaplovský.
Er überlebte nicht: Der junge Ostdeutsche kam weder in den Westen noch nach Hause zurück. Über seinen Tod unweit der Grenze entschieden alleine die angreifenden Hunde. „Seine Haut und Haare waren bis in den Nacken heruntergezogen, aus den Verletzungen an der Wange und an der Schläfe floss Blut, er hatte einen verletzten Schenkel, sh-er ich weiß nicht genau wie. Ich sah, wie sich dieser Mann dann auf dem Boden liegend auf den Rücken drehte und etwas Unverständliches sagte, er war lehlos. Ich fragte ihn, oh er einen Mittäter hat, er antwortete aber nicht, er stöhnte nur vor Schmerzen...“ Aus den Aussagen des Mitglieds der Grenzwachen Oldřich Kovář
Befehlshaber: Zum Zeitpunkt, als Trautz tragisch verstarb, befehligte Anton Nemec die Grenztruppen. Nach Beschwerden aus dem Ausland, hat er den Einsatz der Hunde auf eigene Verantwortung verboten.
Flucht in die Ewigkeit: Im Jahr 1967 starb der achtundzwanzigjährige ehemalige DDR-Bürger Richard Schlenz durch einen Schuss der tschechoslowakıschen Grenztruppen. Weil die Berliner Mauer undurchlässig war, versuchte er den Fluss Morava in der Nähe der Burg Devin in der Slowakei zu durchschwimmen. Für die Ermordung von Tautz und Schlenz wurde niemand bestraft.
Eine strafrechtliche Aufarbeitung der Todesfälle entlang des Eisernen Vorhangs steht noch aus. Dies ist seit einiger ein europäisches Thema (siehe Platform of European Memory and Conscience).

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

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