Dienstag, 17.Oktober 2017

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Das Durchgangsheim Schmiedefeld unterstand dem Rat des Bezirkes Suhl, Abteilung Volksbildung und bestand zwischen dem 1. Januar 1974 und dem 31. Dezember 1987. Es ist seit vielen Jahren Thema in Gesprächen mit ehemaligen DDR-Heimkindern, vor allem aus dem damaligen Bezirk Suhl. Sie haben von dort erfahrener psychischer und physischer Gewalt berichtet. Viele leiden bis heute unter körperlichen und seelischen Spätfolgen.

Unterlagen im Staatsarchiv Meiningen, Archivdepot Suhl, belegen knapp 1500 Einweisungsvorgänge in das gefängnisähnliche Heim. 709 Jungen und 773 Mädchen - Mehrfacheinweisungen waren möglich - haben Zeiten zwischen einem Tag und mehreren Monaten in diesem Heim verbracht. Die Ältesten verließen das Heim bei Volljährigkeit, d.h. zum 18. Geburtstag, der Jüngste war bei der Einweisung 7 Jahre alt. Das Gros der Kinder und Jugendlichen war zwischen 13 und 17 Jahren alt. Eingewiesen haben die Referate Jugendhilfe/Heimerziehung bei den Räten der Kreise des Bezirkes Suhl, die Volkspolizei, das Ministerium für Staatssicherheit sowie andere Heime. Der überwiegende Teil der Kinder ging aus Schmiedefeld „auf Transport“ in Spezial-Kinderheime oder Jugendwerkhöfe.

Das Heim im Taubenbacher Weg, das kein ganz unbedeutender Arbeitgeber in dem kleinen Ort im Kreis Neuhaus gewesen sein kann, war von einem hohen Zaun mit Stacheldraht-Übersteigschutz umgeben; die Fenster waren vergittert. Die Kinder waren einem strengstens reglementierten Tagesablauf unterworfen und mussten für volkseigene Betriebe z.B. in Lauscha und Schmiedefeld arbeiten und dabei unter Strafandrohung strenge Normen erfüllen. Sie stellten u.a. Christbaumschmuck und Elektroarmaturen her. Neben den vollständig erhalten gebliebenen Einweisungsbüchern gestatten wenigstens lückenhaft erhalten gebliebene Arrest- bzw. Isolierbücher sowie Dienstbücher einen Einblick in den Alltag und das Selbstverständnis der Einrichtung.

Das Bürgerkomitee des Landes Thüringen e.V. wendet sich an ehemalige Insassen des bezirklichen Durchgangsheims Schmiedefeld der DDR-Jugendhilfe und lädt herzlich für Mittwoch, den 9. August, um 17 Uhr in den Versammlungsraum des Bürgerkomitees, - Sommerauweg 27, 98544 Zella-Mehlis – ein. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.

Neben der Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen aus der „Schmiedefelder Zeit“ untereinander wird das Bürgerkomitee Informationen anbieten:
- zum Stand der Forschungen zum Durchgangheim Schmiedefeld
- zur „edition H“, deren erste beide Bände noch 2017 erscheinen und die sich mit Selbstzeugnissen ehemaliger Schmiedefeld-Insassen befassen werden
- zur Ausstellung „DURCHGANG“ - 2018 in der Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt - die sich ebenfalls mit dem Durchgangsheim des Bezirkes Suhl befassen wird.

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
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Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

der bundesbeauftragte

Der Bundesbeauftragte
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

www.BStU.bund.de

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