Samstag, 22.September 2018

ThLA logo

Unbenannt Zuschnitt 2Prof. Dr. Daniela Münkel, Forschungsprojektleiterin bei der Stasi-Unterlagenbehörde, hat gestern im Erfurter Collegium Maius spannende Einblicke in die geheimen Berichte der „Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe“ (ZAIG) des Ministeriums für Staatssicherheit gegeben. Jene Berichte wurden speziell zur Information der Partei- und Staatsführung der DDR seit dem Juniaufstand 1953 verfasst. Entsprechend klein war der Empfängerkreis. Neben Ulbricht bzw. Honecker erhielten lediglich die in der Empfängerliste als „Freunde“ genannte, sprich der KGB, regelmäßig jene geheimen Berichte, die die Stimmungslage in der DDR widerspiegelten. 

IMG 2036 FB Zuschnitt

36 Jahre lang wurden die geheimen Berichte in unterschiedlicher Form, Umfang und Frequenz angefertigt. Sie zeigen den besonderen Blick der Stasi auf die DDR: Hinweise auf oppositionelles Verhalten sind dort ebenso zu finden, wie Statistiken zum Devisenumtausch oder Informationen zu Ausreise- und Fluchtfällen. 

Ein Thema, dessen sich das MfS über die Jahrzehnte hinweg in der Stimmungsberichterstattung immer wieder annahm, war beispielsweise die Stimmung und Meinung der „Jugend“  als zukünftige Träger der „sozialistischen Gesellschaftsordnung“. Hier stand vor allem die Angst vor „negativen“ westlichen Einflüssen im Mittelpunkt: Mode, Musik, Medien oder politische Ideen. Eine weitere Konstante in den Berichten war außerdem der Unmut in der Bevölkerung hinsichtlich der Versorgungslage in der DDR. 

Generell hatten die Stimmungsberichte stets einen sehr ambivalenten Inhalt. Zum einen wurde seitens des MfS entsprechend der politisch-ideologischen Überformung die Stimmung in der DDR tendenziell beschönigt, um dann doch an vielen Stellen ein „ungeschminktes“ und realistisches Meinungsbild der Ostdeutschen wiederzugeben. 

Besonders spannend: Auf www.ddr-im-blick.de lassen sich die Faksimiles einiger dieser Berichte abrufen.    

ThLA-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen?

Geben Sie einen Suchbegriff ein:

> Alle Dienstleistungen


Interaktive Karte
Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

Der Landesbeauftragte auf Facebook:

FB f Logo blue 100

Beratungsangebote

Persönliche Beratung und telefonische Anfragen sind zu den aufgeführten Sprechzeiten möglich.

Ihr persönlicher Beratungstermin

Bundesstiftung Aufarbeitung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

der bundesbeauftragte

Der Bundesbeauftragte
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

www.BStU.bund.de

Cover GG18 H77 mittel

Cover Bericht