Mittwoch, 23.August 2017

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Experten diskutieren am 2. Oktober mit Zeitzeugen die Benachteiligung von Gläubigen in der SED-Diktatur

Auf dem Forum „Keine Religionsfreiheit in der DDR und die Lage der verfolgten Schüler heute“ wird im Zuge des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit am 2. Oktober in Dresden das Thema Christenverfolgung und Glaubensfreiheit in der DDR diskutiert.
Die Veranstaltung beginnt 16:30 Uhr auf der Bühne des Pavillons „FREI_RAUM – Brücken bauen für Demokratie und Dialog”. Den einführenden Impulsvortrag hält Professor Dr. Ulrich Wiegmann. Er ist Dozent an der Humboldt-Universität Berlin mit Schwerpunkt Pädagogik und Staatssicherheit in der DDR. Professor Wiegmann wird das Einwirken der Staatssicherheit in Schulen und Bildungseinrichtungen skizzieren und im Besonderen auf die Verfolgung und Benachteiligung von christlichen Schülern in der DDR eingehen.

In der folgenden Podiumsdiskussion diskutieren Zeitzeugen ihre persönlichen Erfahrungen, darunter der Wissenschaftshistoriker und Publizist, Dr. Gerhard Barkleit. Schüler sind oft aufgrund von Gewissensentscheidung, die religiös motiviert waren, verfolgt worden. Zum Kernbestand der sozialistischen Bildung gehörte ein sogenannter 'Wissenschaftlicher Atheismus', der Raum für Blasphemie und Mobbing von Christen aller Konfessionen eröffnete.

Beispielsweise erlebte Dr. Barkleit als bekennender Christ während seiner Schulzeit zahlreiche Benachteiligungen. Auch später, als Vater von drei Kindern, konnte er die staatliche Diskriminierung gegenüber Christen im Unterricht beobachten. Seine zwei Söhne, die ihren Schulabschluss noch zu DDR-Zeiten machten, wurden vom Abitur ausgeschlossen. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er in der Nähe von Lommatzsch und Nossen.

„Als Veranstalter möchten wir mit dem Forum eine Sensibilisierung des Themas erreichen und auf aktuelle Probleme hinweisen. Die Lage der verfolgten Schüler ‎ist besonders schwierig, da nur wenige Betroffene die Möglichkeit haben, Rehabilitierungsverfahren erfolgreich abzuschließen. Eine Entschädigung gibt es seit langem nicht mehr“, erläutert der Thüringer Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Christian Dietrich.

Ab 18:00 Uhr ist in einem zweiten thematischen Block die „Unterdrückung der Glaubensfreiheit in der DDR“ Thema. Einleitend hält Dr. Sebastian Holzbrecher, Lehrbeauftragter an der Universität Erfurt für katholische Kirchengeschichte, einen Impulsvortrag. Dem folgt eine Podiumsdiskussion, an der unter anderem der Schriftsteller und sächsische Berater für Betroffene vom SED-Unrecht, Utz Rachowski, sowie Stephan Hilsberg, Politiker und Publizist, teilnehmen.

Die Debatte um verfolgte Christen und Glaubensfreiheit in der DDR ist aktueller denn je. Ohne die Integration der Opfer fehlender Glaubensfreiheit in der DDR bleibt die Religionsfreiheit in der Bundesrepublik fragil.

Das Programm im Detail: 

Das Forum findet im Zuge des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit am 2. Oktober auf der Bühne des Pavillons „FREI_RAUM“ auf dem Theaterplatz in Dresden statt.

16:30 – 16:45 Uhr
Impulsvortrag zur Beziehung von Staatssicherheit und Schule mit einer historischen Einordnung der verfolgten Schüler in der DDR
Referent: Prof. Dr. Ulrich Wiegmann, Humboldt-Universität Berlin

16:45 – 17:45 Uhr
Moderiertes Gespräch zu den verfolgten Schülern in der DDR und ihrem Platz in der deutschen Gesellschaft heute
Gäste:
- Dr. Gerhard Barkleit, Dresden (Zeitzeuge, Historiker)
- Dr. Wolfgang Laßleben, Magdeburg (Jurist)
- Susann Mai, Worbis (Zeitzeugin)
- Utz Rachowski, Berlin und Vogtland (Berater und Zeitzeuge)
- Prof. Dr. Ulrich Wiegmann, Berlin (Historiker)
- Moderation: Christian Dietrich, Erfurt (Thüringer Landesbeauftragter)

17:45 - 18:00 Uhr
Filmausschnitte Zeitzeugen

18:00 – 18:15 Uhr
Impulsvortrag zur Glaubensfreiheit in der DDR
Referent: Dr. Sebastian Holzbrecher, Universität Erfurt

18:15 – 19:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Fehlende Religionsfreiheit und Verfolgung Gläubiger in der DDR
Gäste:
- Stephan Hilsberg, Müncheberg bei Berlin (Politiker, Publizist, Musiker)
- Dr. Sebastian Holzbrecher, Erfurt (Theologe)
- Susann Mai, Worbis (Zeitzeugin)
- Utz Rachowski, Berlin und Vogtland (Schriftsteller, Zeitzeuge, Berater)
- Lutz Rathenow, Dresden (Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasiunterlagen)
- Moderation: Christian Dietrich, Erfurt (Thüringer Landesbeauftragter)

 

 

 

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