Sonntag, 18.November 2018

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1 Literaturtipp Lebensumwege Cover webDas Buch von Ira Spieker und Uta Bretschneider mit dem Titel Lebens(um)wege beschreibt sehr anschaulich die Geschichte von Flucht und Vertreibung nach Thüringen, die am Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzte. Im Mittelpunkt des Buches stehen die individuellen Erinnerungen und Erfahrungen der Vertriebenen. Neun Zeitzeugen, die als Kinder und Jugendliche ihre Heimat in Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland verlassen mussten, kommen in Originalpassagen zu Wort. Gleichzeitig werden in den biographischen Skizzen die damaligen Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen deutlich. Sie berichten eindringlich unter anderem von ihren Erfahrungen während der Flucht vor der Roten Armee aus Schlesien, aber auch während der „organisierten Vertreibungen“ aus Ostböhmen. Ebenso erfährt der Leser von der Ankunft im Thüringischen, vom Neubeginn in Mengersgereuth-Hämmern, Lauscha, Roth und Römhild bei Hildburghausen, Dingsleben und weiteren Orten. Allgegenwärtig werden der Verlust der Heimat, die Not und der Hunger während der Flucht, aber auch die Chancen des Neubeginns. Das Buch entstand aus einem Forschungslehrprojekt im Bereich Volkskunde/ Kulturgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das im Sommersemester 2010 und im Wintersemester 2010/11 durchgeführt wurde. Die Studenten setzten sich mit der Situation der Flüchtlinge und Vertriebenen zwischen Verlust und Neubeginn auseinander und führten Gespräche mit Zeitzeugen der Jahrgänge 1924 bis 1944. Diese lebensgeschichtlichen Interviews bildeten dann gemeinsam mit persönlichen Dokumenten und Fotografien der Zeitzeugen sowie mit Unterlagen aus den Archiven die Grundlage für die im Buch dargestellten Biographien. Eingeleitet wird der Band mit einer Analyse von Ira Spieker, die sich der historischen Deutung individueller Lebenserfahrungen widmet und einem Aufsatz von Uta Bretschneider, der sich mit dem Thema „Kindheit“ in der Nachkriegszeit und angesichts der Vertriebenenerfahrung auseinandersetzt. Des Weiteren finden sich im Buch „Infokästen“, die übergreifende Themen wie Unterkunft, Ankunft, Ernährung, Karrierewege usw. der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten darstellen.


Weitere Informationen zu der Publikation erhalten Sie bei der volkskundlichen Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen.

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
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