Montag, 19.November 2018

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Iwan Lippold wurde 1899 in Langensalza geboren, lebte in Erfurt und führte als Inhaber die Firma Oskar Lippold Kohlen- Groß- und Kleinhändler und holzverarbeitender Betrieb. Außerdem war Lippold seit 1934 Mitglied der NSDAP.
Nach Kriegsende wurde er am 09.12.1945 in Erfurt festgenommen und am 15.12.1945 vom sowjetischen Militärtribunal der 22. Artilleriedivision in Erfurt zum Tode durch Erschießen verurteilt. Der Vorwurf lautete: Kriegsverbrechen, Beschäftigung von 20 polnischen und 15 sowjetischen Zwangsarbeitern und systematische physische Bestrafung und Misshandlung dieser Arbeiter für Verfehlungen. Die Vollstreckung des Urteils erfolgte am 03.01.1946.
Die Tochter von Iwan Lippold, Christel Barthels, zeichnet in ihren veröffentlichten Erinnerungen ein anderes Bild des Vaters: Er sei ein gutmütiger Mensch gewesen und von einem Dritten denunziert worden, der sich nach dessen Verhaftung prompt als neuer Geschäftsführer der Firma einsetzte. Nach der Verurteilung wurde die Familie zudem enteignet. 50 Jahre später - 1995 - hat die russische Hauptmilitärstaatsanwaltschaft das Urteil gegen Lippold aufgehoben und für unrechtmäßig erklärt.
Iwan Lippold ist einer von circa 200 Thüringern, die durch sowjetische Militärtribunale in der Nachkriegszeit zum Tode verurteilt – und schließlich posthum rehabilitiert wurden. Im Rahmen der Podiumsdiskussion mit den Herausgebern der Studie „Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944-1947)“ soll anhand dieses und ähnlicher Fälle die Rolle und Bedeutung der Todesurteile für die Besatzungspolitik in der SBZ diskutiert werden.

· Podiumsdiskussion mit den Herausgebern der Studie: Dr. Klaus-Dieter Müller, PD Dr. Mike Schmeitzner, Dr. Thomas Schaarschmidt, Dr. Andreas Weigelt
· Wann: Mittwoch, 18. Mai 2016, 18:00 Uhr
· Wo: Vortragsraum der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Bibliotheksplatz 2, 07743 Jena

 

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

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